Weltstar Miriam Makeba eröffnet den Mittelhessischen
Kultursommer
Marburg. (dö). Mit einem Pauken- oder besser, einem afrikanischen
Trommelschlag wird heute der 10. Mittelhessische Kultursommer auf der
Marburger Schlossparkbühne eröffnet. Miriam Makeba, ein echter
Weltstar, kommt nach Marburg, eine Frau, die seit Jahrzehnten als musikalische
und politische Botschafterin ihres Landes unterwegs ist und als "Mama
Afrika" zum Inbegriff afrikanischer Popmusik wurde.
Zum zehnjährigen Jubiläum geht der Kultursommer gewissermaßen
"zurück zu den Wurzeln", wie Marburgs Bürgermeister
und Kulturdezernent Egon Vaupel (SPD) erklärte - denn schließlich
stammten viele der Gründungsmitglieder des Kultursommers aus Marburg.
Diese Zeitung ist Mitveranstalter des 10. Hessischen Kultursommers.
Seit zehn Jahren bemühe sich die Institution Kultursommer, als
"regionale Klammer" Kulturelles in ganz Mittelhessen zu fördern
und Veranstaltungen möglich zu machen, die ohne die finanzielle
Unterstützung des Kultursommers nicht zu realisieren wären.
Dass es dabei nicht um "Event-Kultur", sondern um die in der
Region verwurzelten Initiativen geht, unterstreicht der Wunsch der Veranstalter,
nicht einfach bloß den großen Star Makeba einzufliegen und
es damit auf sich beruhen zu lassen, wie Kulturamtsleiter Richard Laufner
heraushob.
Im Vorprogramm von Miriam Makeba wird Mr. Mutschoko aus Marburg mit
seiner Band auftreten, die sich in den vergangenen Jahren einen überregionalen
Ruf erspielen konnten. "African Freestile" nennt die Band
ihre Musik, und Mr. Mutschoko zeigte sich gerührt und geehrt, im
Vorprogramm von "Mama Afrika" auftreten zu können, für
die er einen Song geschrieben hat - natürlich mit dem Titel "Mama
Afrika".
Fortgeführt mit den "Global Players"
Das Konzert findet aber auch seine Fortsetzung in der Reihe "Global
Players" des Marburger KFZ: Vom 16. Juni bis zum 31. August läuft
eine Reihe mit sechs Veranstaltungen aus dem Bereich Weltmusik, mit
hochkarätigen Interpreten wie "Los de Abajo" aus Mexiko
oder " Cicala Mvta" aus Japan, Weltmusik, die nicht folkloristisch
ist, sondern eine Verbindung von Tradition und modernen Stilen herstellt.
Ein anspruchsvolles Programm, dessen Wiederholung im kommenden Jahr
zu unterstützen Kultursommer-Geschäftsführerin Sibylle
Atzbach gestern bereits zu unterstützen versprach.
Songs aus dem "Homeland"
Doch zurück zu heute Abend: Die 68-jährige Makeba wird ihr
Album "Homeland" präsentieren, ihr erstes Studioalbum
seit acht Jahren. Mit ihren Songs erinnert die große Dame der
afrikanischen Musik an Zeiten, in denen ihre Heimat ihr aus politischen
Gründen keine Heimat sein durfte; thematisch und inhaltlich weisen
ihre Songs eine enorme Spannweite auf. Und auch der größte
Hit Makebas, "Pata Pata" aus dem Jahr 1967, ist in einer Neueinspielung
auf dem Album vertreten - Rückblick und Ausblick also in einem.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: Das Konzert ist komplett
ausverkauft, auch an der Abendkasse sind keine Karten mehr zu bekommen.
Einlass ist um 18 Uhr, um 19 Uhr wird nach einer Begrüßung
Mr. Mutschoko loslegen und etwa eine Stunde spielen. Gegen 21 Uhr wird
dann Miriam Makeba mit ihrer 14-köpfigen Band auftreten und zeigen,
wieviel Energie sie auch mit 68 Jahren noch hat.
Selbstverständlich erhoffen sich die Veranstalter gutes Wetter
für das große Ereignis. Laufner hat für den Fall der
Fälle, sprich Regenwetter, eine große Bitte ans Publikum:
Auf Regenschirme soll aus Sichtgründen verzichtet werden, dafür
werden einfache Regencapes für den Preis von einem Euro in ausreichender
Menge bereit gestellt - aber die Wettervorhersage lässt hoffen,
dass solche Vorsichtsmaßnahmen unnötig sind.